Das macht der Bodnegger Treff: „Kleiner Garten gegen das schnelle Vergessen“

Was ist dran an der These, dass viele Kinder und Jugendliche Natur zunehmend distanziert und ausgestattet mit eher geringem (Natur)Wissen gegenübertreten? Folgt man den zahlreichen Untersuchungen von Rainer Brämer zu diesem Thema, dann handelt es sich bei dieser Entwicklung nicht nur um eine vorübergehende Zeiterscheinung sondern eher um einen seit Jahren fortschreitenden Prozess, der stetig weiter weg führt von elementaren Naturerlebnissen und Grundkenntnissen über natürliche Vorgänge.

Und, so eine seiner Beobachtungen im Laufe der Forschung: Diese Entwicklungen, angesiedelt zwischen Distanzieren und Vergessen bezieht sich nicht auf junge Menschen in Städten:

„Insgesamt verfügen sie [Landkinder] nur in vier von 15 alltagsnahen Fragen über ein nennenswert, aber auch nicht übermäßig besseres Naturwissen, obwohl sie weitaus näher am Puls der Natur leben.“

Mit der Realisierung eines sog. mobilen „Mikrogarten“ auf engstem Raum möchte der Treff innerhalb der nächsten Monate Besucher, deren Eltern und andere Interessierte für das Thema „Naturdistanz junger Menschen“ sensibilisieren und gezielt Eltern auf diese Thematik aufmerksam machen.

Der in gemeinschaftlicher Arbeit entstehende mobile Kleinstgarten, in unmittelbarer Nähe zum Jugendtreff, ist dabei eine Möglichkeit, gemeinsam ein Stück Natur unmittelbar zu erfahren und ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen über das Bodnegger Kleinstgarten-Projekt erhalten Sie direkt hier.

Einen Einstieg in das Feld der „Natursoziologie“, sowie eine Übersicht über den Stand der Forschung von Rainer Brämer findet sich hier (PDF).

 

 

Das machen andere Treffs: Ein Kleinstgarten voller Lernmöglichkeiten in Bodnegg

Von ca. 60 Kilogramm Kartoffeln, die einen durchschnittlichen, jährlichen Jahresverbrauch darstellen, produziert der mobile Kleingarten in Bodnegg derzeit nicht einmal ein Drittel. Wie sollen so im Eigenanbau eigentlich alle satt werden? Gut, dass dies nicht die vorrangige Zielsetzung ist – Sie wäre utopisch. Vielmehr geht es darum, dass jedem einzelnen, bepflanzten Sack soziale Komponenten innewohnen, die des gemeinsamen

– Füllens

– Setzens

– Gießens

und letztlich des Erntens und natürlich des Verzehrs bzw. des Lagerns.

Ca. 20 Kilogramm Kartoffeln sollen idealerweise bis August herangezogen werden. Und auch wenn bis jetzt, bei 2 Sorten („Blauer Schwede“ und „Belana“)  in keiner Weise von irgendeiner Vielfalt gesprochen werden kann, ist ein mobiler, kleingärtnerischer Anfang gemacht. Mit Ende der Eisheiligen soll es dann richtig rausgehen, u.a. mit dem mobilen Anbau von Radieschen, Pflücksalat u.a. Und auch das Sammeln von Regenwasser soll endlich in den nächsten Wochen möglich werden.

Die nächsten Schritte werden regelmäßig hier im Blog dokumentiert.

Und übrigens: „Die Bauern sind wieder wer“, weiß die SZ: Enteckt wurde ein Trend hin zu mehr Heimatgefühl und Regionalität.

 

U-16 Reihe: „Mini-Exkursion“ zur Dobelmühle

Hauseigene Stromerzeugung durch 2 Turbinen, die auch nach über 60 Jahren noch rund laufen. Dazu ein Hochseilgarten und Platz für über 20.000 Gäste im Jahr. Die Dobelmühle bot als erstes Exkursions-Ziel der diesjährigen U-16 Reihe des Treffs interessante Einblicke in ihr „Innenleben“ und jede Menge Nervenkitzel beim anschließenden „Giant-Swing“ aus bis zu 12 Meter Höhe.

Schulsozialarbeiter und AKA-Sprecher Andreas Schirrmeister sowie Yauhen Lukashevich (CJD Bodensee-Oberschwaben) verbuchen diese U-16 Premiere als Erfolg. Das Konzept, mit kleinen Gruppen junger Menschen, von Aulendorf aus das nahe Umfeld in der Region zu erkunden, wurde im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Aulendorf entwickelt und geht nun Schritt für Schritt in die konkrete Umsetzung.

5 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren waren am Mittwoch dabei, als, unter der Anleitung eines FSJ-Mitarbeiters, die Dobelmühle erkundet wurde. Dabei bekam die Gruppe auch wissenswerte Einblicke in die Funktionsweisen der hauseigenen Stromerzeugung, mit der es möglich ist, den größten Teil des anfallenden Energiebedarfs der Dobelmühle in Eigenregie zu decken.

Wie es sich anfühlt, von seinen Gruppenkollegen bis zu 12 Meter in die Höhe gezogen zu werden, dort oben an der „Reißleine“ zu ziehen und daraufhin durch die Luft zu pendeln kann man erst sagen, wenn man den „Giant-Swing“ selbst erlebt hat. Unter der fachlichen Anleitung von Andreas Schirrmeister bildete dieses Erlebnis in luftiger Höhe den Abschluss der U-16 Premiere. Und auch wenn die von den Jugendlichen selbst gewählten Höhen zwischen 1,50 Meter und 12 Meter höchst unterschiedlich ausgefallen sind – mitgemacht und sich der Herausforderung gestellt haben Alle.

Nun geht es an die Planung und Umsetzung der nächsten U-16 Exkursionen. Hierfür ist der Offene Kinder- und Jugendtreff ständig auf der Suche nach interessanten und spannenden Themen von Einzelpersonen, Initiativen, Vereinen und anderen Organisationen in und um Aulendorf, die sich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vorstellen möchten.

Wer Interesse hat, kann hier Kontakt aufnehmen.