Wenn Deutsche, Italiener, Türken, Russen und Polen gemeinsam auf dem Fußballplatz stehen…

…dann ist wieder Anpfiff zum Supercup der Freundschaft in Aulendorf. Zwölf Mannschaften mit rund 120 Spielern im Alter von 16 bis etwa 50 Jahren aus dem Kreis Ravensburg und dem Bodenseekreis haben am Samstag beim integrativen Fußball-Turnier gegeneinander gespielt. Der Gewinner des neuangeschaffenen Wanderpokals ist die Mannschaft Lokomotive Ravensburg.

Bereits zum elften Mal hat der FC Aulendorf das Turnier veranstaltet. „Zehn Jahre lang hieß es Alatau-Turnier. Wir haben es zum Supercup der Freundschaft umbenannt. In dem Namen ist jetzt auch der Integrationsgedanke dabei und der ist uns sehr wichtig“, sagt Andrej Reberg vom FC Aulendorf. Zum zweiten Mal war auch das CJD Bodensee-Oberschwaben beteiligt. „Beim Fußball geht es auch um Respekt und Fairness. Das ist gerade bei einem Freundschaftsspiel wichtig“, sagt Yauhen Lukashevich vom CJD Bodensee-Oberschwaben.

Der Supercup der Freundschaft biete eine tolle Möglichkeit der Integration und des Austausches. „Hier kommen viele Leute aus unterschiedlichen Kulturen zusammen. Politiker wollen immer in der Integration einen Schritt voran kommen. Das Turnier macht Integration an der Basis möglich“, sagt Lukashevich.

Reberg ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen austauschen. „Oft haben sie nichts miteinander zu tun. Aber wenn die Jugendlichen mal zusammen auf dem Sportplatz standen, dann können sie auf der nächsten Party miteinander ins Gespräch kommen. Dann gibt es auch weniger Probleme, denn sie können sagen: Denn kenne ich“, sagt er. Der Supercup der Freundschaft sei ein Gerümpel-Turnier an dem jeder mitspielen kann. „So können auch Kumpels dabei sein, die nicht aktiv in einem Fußball-Verein spielen“, erklärt Reberg.

Gerade für Menschen mit Migrationshintergrund sei die Mitgliedschaft in einen Verein eine große Hürde. „Sie trauen sich oft nicht in einen Verein zu gehen, obwohl sie gut kicken können. Vielleicht liegt es an den fehlenden Sprachkenntnissen“, sagt Reberg. Lukashevich ergänzt: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Eltern mit Migrationsgeschichte nicht wissen, welche Angebot die Vereine in Aulendorf überhaupt haben. Wir möchten den Eltern einen Überblick geben, welche Möglichkeiten es für ihre Kinder gibt.“ Eduard Zang vom FC Aulendorf freut sich, dass es dem Verein in den vergangenen Jahren über das Turnier gelungen ist, Jugendliche für sich zu gewinnen.

In Zukunft möchten die Veranstalter das Programm des Turniers weiter ausbauen. „Durch die lange Tradition haben wir das Turnier immer weiterentwickelt und verbessert. Die Mannschaften freuen sich darauf und bereiten sich vor. Das Niveau ist gestiegen. Doch die Entwicklung stößt irgendwann an ihre Grenzen“, sagt Zang. Es sei für einen Verein irgendwann schwierig das Turnier allein zu finanzieren. „Aber wenn wir die Integration weiter fördern wollen, dann sind wir auf externe Unterstützung angewiesen“, sagt Zang.

Mit dem CJD habe der FC Aulendorf einen Kooperationspartner, der ein gutes Netzwerk habe. „Es erschließen sich ganz neue Welten“; sagt Zang. Der Fußball solle zwar nach wie vor im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen, aber das Rahmenprogramm solle ausgestaltet werden. „Ziel ist es, die Menschen mit ihren vielen Nationalitäten, die bei uns wohnen, einzubinden. Das können künstlerische aber auch kulinarische Beiträge sein“, sagt Lukashevich. Die Veranstalter hoffen, dass sie mit einem erweiterten Programm noch mehr Menschen ansprechen können und auch Sponsoren finden können, die das Turnier finanziell und inhaltlich unterstützen.

„Wir wollen Grenzen überwinden, so dass ein Miteinander entstehen kann“, sagt Lukashevich.

 

 

Hier gehts zum Artikel in der SZ vom 04.07.2012